> Mir wurde mulmig, als ich im Künstlerzimmer das Foto von Eugène Ysaÿe erblickte, der den Saal 1901 geigend eingeweiht hat. Was für ein Maßstab! Nach unserem Auftritt schien mir Eugène nicht mehr ganz so unnahbar in die Ferne zu schauen. Es sei unfassbar, dass Cantus Cölln erst jetzt in der Wigmore Hall debütiert habe, erklärte uns der enthusiasmierte Chef der ehrwürdigen Londoner Institution nach dem ausverkauften Auftritt am 18. Februar. Kurz, es war ein Erfolg. Mit Zugabe! BBC 3 übertrug live und stellte den Mitschnitt hier ins Netz.
Kategorie-Archiv: Blog
15. Februar 2014
> Noch genau 150 Stimmen fehlen zu den 20000 der Petition, die das Weiterbestehen des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters unterstützt – Näheres im Blog vom 20. Dezember 2013. Deadline ist in drei Tagen, am 18. Februar.
14. Februar 2014
> Das wurde aber auch Zeit: Endlich debütiere ich in der Wigmore Hall! Glücklicherweise nicht mit einem Bratschensoloabend (da hätte ich mit dem Üben früher anfangen müssen, und außerdem hat mein Opa seinerzeit schon genug Bratschensoloabende gegeben), sondern als Instrumentalist bei Cantus Cölln. Gesungen und gespielt werden Motetten und frühe Kantaten von J.S. Bach, nämlich Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen, Lobet den Herrn, Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt (mit VIER Bratschen!), Christ lag in Todesbanden und Jesu meine Freude. Das Konzert beginnt am 18. Februar um 19.30 Uhr, BBC 3 sendet live. Wer als interessierter Hörer zufällig in London ist, steige in Bond Street aus der U-Bahn und begebe sich in die Wigmore Street Nr. 36. Konrad Junghänel, der das Konzert leitet, ist schon am 15. Februar als Dirigent in der Komischen Oper Berlin zu erleben, wo Stefan Herheims Inszenierung von Händels Xerxes wieder aufgenommen wurde. Noch mehr Oper: Für eine Reportage rund um das Teatro Real war ich in Madrid, der Artikel ist in der ZEIT vom 6. Februar und nun auch hier zu lesen. Anlass war die Uraufführung der Oper Brokeback Mountain im Zusammenhang mit der Krise Spaniens und dem Halb-Rauswurf des Intendanten Gerard Mortier, der im Text ebenso zu Wort kommt wie sein Nachfolger Joan Matabosch und der Regisseur Calixto Bieito.