Kategorie-Archiv: Blog

12. Juni 2017

> Während im 19. Jahrhundert Gott, Zeit und Raum schrumpfen, dehnen sich in der Musik Felder und Wälder, Berge und Meere aus. Um die Natur als Ausweichwelt geht es in dem Essay, der im aktuellen 128, dem Magazin der Berliner Philharmoniker, zu lesen ist – exzellent illustriert vom Grafikbüro Joppe Berlin, bei dem ich mich für die Erlaubnis bedanke, zwei Collagen zu reproduzieren. Weitere neue Texte gelten zwei Begegnungen in Zürich, wohin sich für eine “schleunige Visite” ausnahmsweise auch die Bachbrüder Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel begeben haben, während der weltweit gefeierte Tenor Piotr Beczala von seinem Spätstart in der polnischen Provinz und der Arbeit an Franz Léhars Operette “Das Land des Lächelns” erzählt. Sie wird von Andreas Homoki inszeniert und hat am 18. Juni Premiere.

18. Mai 2017

> Die fleißigsten Fans von Hector Berlioz leben nicht in Frankreich, sondern in Schottland. Dort habe ich die beiden Macher der grandiosen Website hberlioz.com besucht, die jetzt 20 Jahre alt wird. Edinburgh, ein paar Treppen hoch in einer ruhigen Straße aus dem 18. Jahrhundert: Im Wohnzimmer hängt an der Wand über zwei gewaltigen Rechnern ein Porträt des jungen Hector Berlioz – der Komponist, dem Monir Tayeb und Michel Austin seit 20 Jahren ganztägig ihr Leben widmen. 1997 starteten die beiden, jetzt Anfang 70, die Website hberlioz.com, die mittlerweile mehr als 13000 Dateien von teils singulärem Informationswert umfasst. Es gibt keine vergleichbare zentralisierte Quelle zu Berlioz, und sie ist gefragt: Allein im April wurde sie mehr als 100.000 Mal angesteuert. Bei VAN ist unser Interview auf deutsch und englisch zu lesen.

6. Mai 2017

> Morgen hat in Zürich “Der feurige Engel” Premiere, die komplexeste und komprimierteste Oper von Sergej Prokofjew, der sie selbst nie auf der Bühne erlebte. Die Hauptrolle der rätselhaften Renata singt, in der Regie von Calixto Bieito, die Litauerin Ausrine Stundyte. Ich habe vor einigen Wochen bei der ersten musikalischen Probe zugehört und mit der Sängerin gesprochen, nachzulesen hier und im Magazin des Züricher Opernhauses. In Salzburg sprach ich für die ZEIT mit Markus Hinterhäuser, dem neuen Intendanten der Salzburger Festspiele, nach Schwetzingen fuhr ich zur Begegnung von Claudio Monteverdi mit seiner Kollegin Annette Schlünz. Sie hat, zum 450. Geburtstag des Großen, sein “Combattimento” in ihre Oper “Tre Volti” eingewoben. Auch die Bachs sind weiterhin gut unterwegs. Jetzt erreicht der protestantische Clan sogar das katholische Eichstätt, wo vom 11. bis 14. Mai ein ambitioniertes Musikfest stattfindet. Zum Start gibt es eine Lesung aus “Bachs Welt” (am 11. Mai um 20 Uhr im International House der Katholischen Universität) nebst Musik: Der junge Bassist Marcel Raschke singt Johann Christoph Bachs grandioses Lamento.