Kategorie-Archiv: Blog

20. Juni 2019

> Heute vor 200 Jahren kam Jacques Offenbach als Jacob in Köln zur Welt. Ein größeres Stück in der ZEIT folgt seiner Laufbahn entlang der Fieberkurve des 19. Jahrhunderts – zu lesen auf ZEIT online und auf dieser Website -, und die jüngste Folge von “Rausch & Räson” bei VAN entdeckt ihn als Cellovirtuosen und politisch wachen Buchautor. Neue feedbacks zum “Klang von Paris”: Auf MDR Kultur empfiehlt Martin Hoffmeister das “Sachbuch der Woche”, beim Radio Berlin Brandenburg ist es eines der “Bücher für den Sommer”.

6. Juni 2019

> Eigentlich ist es beleidigend, eine Komponistin zu fragen, wie es ihr damit gehe, den weltweit wichtigsten Musikpreis als erste Komponistin zu erhalten, nach 24 komponierenden Männern in 45 Jahren, in denen als erste Frau vor elf Jahren die Geigerin Anne-Sophie Mutter den Hauptpreis der Ernst von Siemens-Musikstiftung bekam. Denn mit dieser Frage zielt man, vorbei am Werk, wieder auf die Geschlechterdifferenz und jene “gläserne Decke”, die auch mit der morgigen Preisverleihung in München wieder ein Stück weiter ins Museum rücken dürfte. Wir haben Rebecca Saunders die Frage neulich trotzdem gestellt, am Ende eines Gesprächs in ihrem Berliner Studio – es ist in der ZEIT erschienen und hier nachzulesen. Dem britischen Musikjournalisten Norman Lebrecht war der Preis für Saunders in seinem Blog Slipped Disc übrigens nur ein chauvinistisches Zähneknirschen wert: »Britisch von Geburt, lebt Saunders in Berlin und komponiert deutschen Post-Rihmismus«. Ebensogut könnte Lebrecht einem John Dowland vorwerfen, er habe zuviele italienische Madrigale gelesen. In seiner Inselbesoffenheit wendet er einer großen britischen Tradition den Rücken zu – der Lust am Austausch und der Fähigkeit zur Integration. Die “fairest isle” ist aber auch für Musiker seit längerem ein hartes Pflaster, erst recht in Brexit-Zeiten. Wie hart? Ich besuchte für VAN den Violinisten Sebastian Müller, der sich in London, Manchester und Birmingham als Geigenlehrer mit einer 60-Stunden-Woche durchschlägt.

“Das Lesen, das Schreiben und das Verwandeln des Gelesenen in wörtliche Rede – ,Sie haben nicht mehr genug Leichenwagen’ – erinnern an Roland Barthes”, schreibt Torsten Flüh auf Night out @ Berlin über Der Klang von Paris und fährt fort: “Es ist nicht ganz sicher, ob Volker Hagedorn S/Z von Roland Barthes gelesen hat…” Nein, bislang las ich von Barthes Fragmente einer Sprache der Liebe und Die Vorbereitung des Romans. Letzteres zwar im Vorfeld, aber nicht zur Vorbereitung des Buchs, das nun der Literaturwissenschaftler Flüh nicht von ungefähr als “Roman” liest: “Das Format Roman herrscht mit einer erzählerischen Geste vor.” Was kein Widerspruch sein muss zu dem “filmischen Dokuformat”, das Alexander Dick in der Badischen Zeitung dem Klang von Paris attestiert. Warum Arte nicht längst den Mehrteiler dazu plant, wusste schon die Süddeutsche Zeitung in ihrer Rezension: Der Aufwand wäre “schier unbezahlbar”….

16. Mai 2019

> Mit 50 vollendete er seine erste Oper – und legte einen Steilstart hin, der das Genre erneuerte: Jean-Philippe Rameaus Hyppolite et Aricie wurde 1733 in Paris uraufgeführt. Am kommenden Sonntag hat diese tragédie lyrique in Zürich Premiere, in bester Besetzung wie schon vor 276 Jahren. Mit Stéphanie d´Oustrac, Darstellerin der Phèdre, habe ich mich für das Magazin der Oper Zürich getroffen, und Monsieur “Ramau”, wie Voltaire ihn zuerst buchstabierte, bin ich durch sein Paris gefolgt. Unterdessen ruft Der Klang von Paris weiterhin Echos hervor: Holger Noltze schreibt in der ZEIT über das Buch, Andreas Göbel hat es im Kulturradio rbb gewürdigt, Christian Möller integriert es in eine Metropolen-Ausgabe der Reihe “Gutenbergs Welt” auf WDR 3 – zu hören am 18. Mai um 15.04.

Mit dieser Notiz wurde die vom 11.5.2019 ersetzt und aktualisiert. Erneut aktualisiert am 4.6.2019.