Kategorie-Archiv: Blog

24. Februar 2019

Am vergangenen Dienstag kam das Buch heraus, parallel dazu gab es erste Rezensionen: Ein Gespräch zwischen Christoph Vratz und Susann El Kassar im Deutschlandfunk, eine Besprechung von Stefan Arndt in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Die aktuelle Ausgabe des Online-Magazins VAN bietet ein Interview und eine Playlist zum Buch, die ich zusammengestellt habe. Näheres zum Buch ist auf der Website des Rowohlt Verlags zu finden. Im Paris des 21- Jahrhunderts haben unterdessen "Les Troyens" von Hector Berlioz ihre dritte Produktion in dieser Stadt seit der fragmentarischen Uraufführung von 1863 erlebt - für die ZEIT habe ich sie besucht. Soviel nur in Kürze - mit dem nächsten Blog werde ich auch andere Novitäten auf die Website stellen, darunter Begegnungen mit den Sängerinnen und Sängern Rosa Feola, Elsa Dreisig, Asmik Grigorian und Stephen Gould in Basel, Berlin, Hamburg und Dresden.

19. Dezember 2018

> Man wurde schon am 7. Dezember gründlich kontrolliert in Strasbourg – nicht nur auf den Brücken zur historischen Altstadt, sondern auch am Eingang des Opernhauses, wo  “Barkouf” die erste Premiere seit 158 Jahren hatte, Jacques Offenbachs lange verschollene Politsatire von 1860. Meine Besprechung für die ZEIT war schon im Druck, als vier Tage nach der Premiere ein Attentäter auf dem berühmten Weihnachtsmarkt am Strasbourger Münster vier Menschen tötete und viele verletzte – während im Opernhaus wiederum “Barkouf” gespielt wurde. Über das Massaker vor drei Jahren im Pariser Bataclan-Theater sagte die Sängerin Sabine Devieilhe, es sei “ein Angriff auf uns, die Freiheit, die Kunst”. Es ist wichtiger denn je, sich zu ihr zu bekennen, einer Kunst, die auch die Kraft (und eben nicht den Zynismus) hat, mit menschlichen Abgründen umzugehen wie etwa Steven Sondheims Musical “Sweeney Todd”, dessen Titelheld ein Serienmörder ist. Bei den Proben dazu traf ich in Zürich Angelika Kirchschlager. Die berühmte Mezzosopranistin fühlt sich in ihrer Rolle als Mrs. Lovett an “viele Menschen erinnert, die herumlaufen und ziemlich wahnsinnig sind, aber gar nicht so auffällig”. Um “letzte Dinge” in der Musik geht es in einem Essay für das Magazin der Elbphilharmonie, während die jüngste VAN-Kolumne “Rausch & Räson” unter der Robe des Weihnachtsmanns eine französische Abenteurerin des 18. Jahrhunderts entdeckt und ihren Weg bis in norddeutsche Kreismusikschulen verfolgt. Ins regennasse Mallorca der Weihnachtstage von 1838 führt eine Sendung über die Préludes opus 28 von Frédéric Chopin nebst ihren Interpreten, bei Deutschlandfunk Kultur als Podcast nachzuhören.

21. November 2018

The construction site of the Opera Garnier in Paris (France). On May 14, 1864.Die Baustelle der neuen Pariser Oper am 14. Mai 1864

 

> Man kann es ja auch mal Entschleunigung nennen, wenn eine Website gut vier Monate lang nicht aktualisiert wird. Aber das Buch musste fertig werden. Es befindet sich jetzt im so genannten „zweiten Satzdurchlauf“, mit allen 410 Seiten. „Der Klang von Paris – Eine Reise in die musikalische Metropole des 19. Jahrhunderts“ erscheint im Frühjahr 2019 im Rowohlt Verlag. Später mehr dazu, dafür jetzt schon mehr zu einem der Protagonisten, Frédéric Chopin. Seinem abgründigen opus 28, den Préludes, gilt die nächste Sendung der „Interpretationen“ am 25. November im Deutschlandradio, 15.05 bis 17.00. Dabei kommen auch Chopin und seine Partnerin George Sand zu Wort (gesprochen von Markus Hoffmann und Ulrike Hübschmann), außerdem Liszt, Berlioz und Schumann. Es spielen Pianisten von Alfred Cortot bis Rafal Blechacz, von Martha Argerich bis Aya Okuyama, und zu hören ist auch ein glänzend restauriertes Pleyel-Pianino aus derselben Baureihe wie jenes, das Chopin 1839 in seine Klosterzelle auf einem ballermannfreien Mallorca schaffen ließ, um dort die Préludes zu vollenden. Eineinhalb Jahrhunderte weiter zurück: Aus „Bachs Welt“ lese ich am 1. Dezember beim Arnstädter „Bach-Advent“, einem drei Tage und die ganze Stadt umfassenden Festival, bei dem fast alle Veranstaltungen (auch die Lesung) gratis sind. Es gäbe noch viel mehr zu erzählen und zu verlinken, aber der erwähnte Satzdurchlauf harrt des Gegenlesens. Darum sei von dem, was neben der Pariser Großbaustelle noch entstand, erstmal nur auf eine Historie, eine Begegnung und eine Kolumne verwiesen: Für das Leipziger Gewandhausmagazin erkundete ich mit Zeitzeugen das finstere Jahr 1968, in dem nach dem alten Gewandhaus auch die Unikirche abgerissen wurde. In München erzählte mir Daniel Behle, wie ein ein lyrischer Tenor es fertigbringt, zwischen Bayreuther “Meistersingern” und Züricher “Così” noch Weihnachtslieder zu arrangieren. Und in der jüngsten, der 181. Ausgabe von VAN geht es um Fragen von Aura und Authentizität und sprechende Pianisten im Zeitalter ihrer Anklickbarkeit…