> Ein kleines update: “Bachs Welt” ist in diesem August eines von den “Zehn Sachbüchern des Monats”, präsentiert von der Süddeutschen Zeitung, dem Norddeutschen Rundfunk, Buchjournal, Börsenblatt und Telepolis, erkoren von 25 renommierten Juroren. Und eine kleine Empfehlung meinerseits: Seit kurzem ist das Blog “Politisch korrekt” im Netz, vom hannoverschen Journalisten Karl-Ludwig Baader als einem jener Zeitgenossen betrieben und geschrieben, die “den modischen sozialdarwinistischen Zynismus als intellektuelle und moralische Zumutung empfinden”.
Kategorie-Archiv: Blog
11. August 2016
> Endlich habe ich mal wieder Zeit für eine Kolumne gefunden, den “Morgenkaffee mit Scipio”. Sonst neu: Für die aktuelle ZEIT war ich bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik, die mit ihrer 48. Ausgabe ihr 70jähriges Jubiläum feiern und bei der Gelegenheit ihr grandioses Archiv ab 1946 in digitalisierter Form online stellen – das allerdings nur für Profis, da sonst der Persönlichkeitsschutz mancher vorkommender Musiker verletzt wäre und Boulez über Henze Dinge geschrieben hat, die man, wie mir ein Archivar erklärte, “nicht lesen möchte”. Aber auch kaum lesen kann: Pierres Schrift ist winzig. “Bachs Welt”: Seit dem 30. Juli und noch bis Ende Oktober kann man sich beim Saarländischen Rundfunk ein Gespräch anhören, in dem mich Nike Keisinger zum Buch befragte. Sehr sensibel sind da Ausschnitte aus dem “Altbachischen Archiv” hineinkomponiert, gespielt von Cantus Cölln. Nächste Lesungen: 3.9., 17.00 Uhr, Schloss Köthen, 4.9., 12.00 Uhr, 14.30 Uhr und 16.00 Uhr im Lesesaal der Europäischen Bibliothek für Homöopathie, im Rahmen der Bachfesttage in Köthen.
27. Juli 2016
> Neues rund um „Bachs Welt“: Das Buch, vor nun gut drei Monaten erschienen, wurde kürzlich von Michael Stallknecht in der Süddeutschen Zeitung ausführlich und differenziert gewürdigt; Eleonore Büning empfahl es in der F.A.S. als Sommerlektüre: „Neben diesem wilden, wild verzweigten Bach-Clan wirken die Wagners wie Papiertiger.“ Jan Reichow hat in seinem Blog mehrteilig den Prozess seiner Lektüre geschildert und bei der Gelegenheit einen Kritiker abgewatscht, der im Buch „für Kenner nichts Neues“ fand. Das geht den Kennern anders: Hagen Kunze weist in seiner Besprechung für das Bach Magazin (herausgegeben vom Bach-Archiv Leipzig) eigens auf die Entdeckung Simon Dachs als Dichter der Textvorlage für Johann Christophs großes Lamento hin. Auf Bayern 5 ist in der Abteilung „Neues vom Buchmarkt“ eine geballte Empfehlung nachzuhören, mit ausführlichen, gut gelesenen Zitaten und dem Fazit: „Ein Forschungskrimi und ein historischer Roman zugleich, ein virtuoses Lesevergnügen auf höchstem Niveau.“
Wo Vorbehalte geäußert werden, gelten sie meist dem, was ich im Nachwort „fiktionale Nahaufnahmen“ nenne. „Ein bisschen wie Geschichtspornographie“ findet Udo Badelt das in einem Text für die “Theatergemeinde Berlin”, verhehlt aber nicht den Reiz des Neuen: „Stilistisch handelt es sich um einen unverschämten Hybriden, der seine eigene Gattung erfindet.“ Eben solche Hybriden findet man sonst eher (und viel häufiger als in anderen Metiers) in der Geschichte des Komponierens. Vielleicht sind es darum gerade die Musiker unter den mir schreibenden Lesern, die mit Übergängen zwischen „Dichtung und Wahrheit“ nicht die geringsten Probleme haben. Schön, dass in einem Beitrag auf „Kulturport“ als klingendes Pendant zum Buch dringend die erneut erschienene Doppel-CD mit jener Musik empfohlen wird, die mich überhaupt zu dieser Arbeit brachte: Das „Altbachische Archiv“ mit Cantus Cölln. Am Samstag, 30. Juli gibt es um 11.20 Uhr auf SR2 in “MusikWelt” ein Gespräch zum Buch mit Nike Keisinger und dem Autor.
Mit dem Thema „Bach, Luther – und die Juden“ befasst sich eine Ausstellung im Bachhaus Eisenach, die ich für die ZEIT besucht habe. Die vollständige Fassung des Textes ist hier zu lesen. Außerdem neu auf dieser Website: Zwei Essays, die für das Magazin „128“ der Berliner Philharmoniker entstanden, einer über „Musikalische Migranten“ (darunter auch verarmte Bachs anno 1848) und einer über „Konzepte der Liebe in der Musik“.