Kategorie-Archiv: Blog

9. September 2014

Kunstfälscher wie Beltracchi machen Gewinne, neben denen Musikfälscher fast wie Idealisten wirken. Von Stargeiger Fritz Kreisler bis zu genialischen Provinzbastlern hinterlassen sie mehr Schönheit als Schaden und erzwingen die Frage: Wie hören wir eigentlich zu? Darum geht es in dem Text “Wunderschöne falsche Noten”, geschrieben für “128″, das Magazin der Berliner Philharmoniker. Er ist jetzt auch hier zu lesen.

5. September 2014

Für ZEIT Online habe ich über den ensemblelosen Neustart im Wuppertaler Musiktheater nachgedacht, was von Lesern bereits so energisch wie überwiegend differenziert kommentiert wird. Was anderes: Für Kürzestentschlossene, die sich am morgigen Samstag in Berlin zu langweilen drohen, bietet sich ein Besuch des “Quartetts der Kritiker” im Foyer des Philharmonie-Kammermusiksaals an, beim Musikfest Berlin. Diesmal versammeln sich – um 15 Uhr – Eleonore Büning, Hartmut Lück, Michael Struck-Schloen und ich, um sich über CD-Interpretationen zwei der wunderbarsten Trios aller Zeiten zu… naja, zanken tun wir uns selten, aber konträr darf´s schon zugehen. Thema sind die Werke, die Johannes Brahms 1865 und György Ligeti 1982 für die rare Besetzung Violine, Horn, Klavier geschrieben haben (und die, das ist der Anlass unserer Runde, um 17 Uhr im Kammermusiksaal von Isabelle Faust, Teunis van der Zwart und Alexander Melnikov gespielt werden). Moderiert wird die Runde von Olaf Wilhelmer. Und wer sich am Abend des 10. September zu langweilen droht oder es mag, wenn sich subtiler Hornklang in eine Diskussion mischt, kann die Veranstaltung um 20.03 Uhr auf Deutschlandradio Kultur hören.

30. August 2014

> Ein paar, einige ganz wenige Leser werden bei der aktuellen Kolumne auch ohne den Quellenhinweis bemerkt haben, dass sie überhaupt nicht aktuell ist, sondern schon geschlagene vierzehn Jahre alt. Dass ich sie jetzt hier bringe, hat zwei Gründe. Zum einen die grenzwertige Auslastung des Autors, der sich derzeit zeitreisend häufig im Thüringen des späten 17. Jahrhunderts aufhält und keine Muße zum honorarfreien Kolumnieren findet. Zum andern ist der alte Text irgendwie doch aktuell, nicht nur zum Ende der Reisezeit. Offenbar hat die Unverwüstlichkeit der in ihm behandelten Strandbücher auf die Betrachtung selbst abgefärbt. In der hier gebotenen jüngsten Version wird übrigens dem Bierkonsum am Strand wieder mehr Platz eingeräumt als in der Buchversion von 2008. Damit setze ich ein Zeichen gegen die um sich greifende allgemeine Verklemmtheit. Schon vor wenigen Jahren wurde man, besonders als Familienvater, an Stränden schräg angesehen, wenn man mal die Dose zischen ließ. Das darf wieder anders werden! Und drittens mache ich damit Reklame für den wohlfeilen zweiten meiner drei Kolumnenbände, nämlich “Der Wolkenkoffer”.